Brückenarbeit durch Dokumentation und Begegnung.
Osman Okkan, geboren 1947 in Ankara und aufgewachsen im historisch multikulturell geprägten Istanbuler Stadtteil Kurtuluş, kam 1965 zum Studium der Volkswirtschaft, Soziologie und Politikwissenschaft an die Universität Münster nach Deutschland. Über sechs Jahrzehnte hinweg verbindet er publizistische Schärfe mit kompromissloser humanitärer Haltung.
Als festangestellter Redakteur des WDR (1986–2006), legendäre Stimme von „Köln Radyosu“, Dokumentarfilmer, Gründer des KulturForums TürkeiEuropa und Mitbegründer des Hrant Dink Forums schuf er ein filmisches und zeitgeschichtliches Lebenswerk an den Schnittstellen von Kunst, Pressefreiheit, Migration und Völkerverständigung.
Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande & des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen
Das Wirken im Überblick
Journalist & Stimme
WDR-Redakteur von 1986 bis 2006, prägende Stimme von Köln Radyosu, Monitor-Recherchen und Deutschland-Korrespondent für 32. Gün.
Dokumentarfilmer
Autor und Regisseur preisgekrönter Meisterwerke von Yaşar Kemal über Vertrieben für Frieden bis zur investigativen Mordakte Hrant Dink.
Chronist der Migration
Von FIDEF 1978 und Ruhrgebiets-Bergarbeitern 1982 über Wallraffs „Ganz unten“ bis zum aktuellen Zeitzeugenarchiv 2026.
Kulturvermittler
Initiator des KulturForums TürkeiEuropa mit Yaşar Kemal & Günter Grass; Begegnungen mit Salman Rushdie, Orhan Pamuk und Aziz Nesin.
Friedens- & Dialogstifter
Griechisch-türkische Freundschaft (Theodorakis & Livaneli) und Hrant Dink Forum für nachhaltige türkisch-armenische Aussöhnung.
Filmografie & Werkarchiv
Zehn kanonische Dokumentarfilme und Filmreihen. Alle Werke stehen für Forschung, Bildung, Festivals und kuratierte Vorführungen auf Abfrage bereit.
WorldMediaFestival Gold 2010 · Cinema for Peace Nominiert
Mordakte Hrant Dink – Armenier in der Türkei
Die investigative und bewegende Dokumentation über Leben, couragierten Journalismus und die Ermordung des armenisch-türkischen Chefredakteurs Hrant Dink sowie den anschließenden…
LiteraVision-Ehrenpreis 1997 · WDR/ARTE
Yaşar Kemal – Zwischen Poesie und Politik
Meisterhaftes Autorenporträt des Jahrhundertschriftstellers Yaşar Kemal: Vom anatolischen Volkssänger und Rebellen der Çukurova-Ebene zum Weltliteraten, Friedensstifter und unbestechlichen Verteidiger der…
Öngören-Preis für Menschenrechte 2004 · WDR/ARTE
Vertrieben für Frieden – Als Griechen und Türken getrennt wurden
Der Meilenstein über den Vertrag von Lausanne 1923 und die Zwangsumsiedlung von über 1,5 Millionen Menschen. Nicht diplomatische Paragrafen, sondern…
Sechsteilige Reihe · Lehrmaterial internat. Universitäten
Menschenlandschaften – Sechs Autorenporträts der Türkei
Die epochale Porträtreihe über sechs Leitfiguren der türkischen Gegenwartsliteratur: Nâzım Hikmet, Yaşar Kemal, Orhan Pamuk, Elif Şafak, Murathan Mungan und…
Grillo-Theater Premiere 2016 · SonaMedia
Ara Güler – Eine Istanbuler Legende / A Legend of Istanbul
Hommage an das „Auge Istanbuls“: Ara Güler begleitete mit seiner Leica über ein halbes Jahrhundert lang Fischer, Straßenhändler und Literaten…
WDR / ARTE · Dieter Oeckl & Osman Okkan
Nâzım Hikmet – Dichter & Rebell (Türkülerimizden Korkuyorlar)
Der große WDR/ARTE Dokumentarfilm über den Erneuerer der modernen türkischen Lyrik, der Jahrzehnte in Gefängnissen und im sowjetischen Exil verbrachte.…
WDR Dokumentation · Archivperle
Aziz Nesin – Satire als politische Waffe
Porträt des unerschrockenen türkischen Satirikers und Humoristen Aziz Nesin, der für sein freies Wort mehrfach inhaftiert wurde und 1993 das…
WDR / Planet Schule · 4-teilige Dokumentarreihe
Von Atatürk zu Erdoğan – Ferides Reise durch die Türkei
Die vierteilige WDR-Dokumentarreihe zeichnet ein Jahrhundert türkischer Geschichte nach: Von der Republikgründung durch Mustafa Kemal Atatürk über die Militärputsche bis…
Frühe Migrations- & Medienforschung · WDR (1982/83)
Weihnachten im Ruhrgebiet und die Türken / Geliehene Träume
Die bahnbrechenden frühen WDR-Dokumentarfilme von Osman Okkan und Hanno Brühl: Authentische Einblicke in den Alltag türkischer Bergarbeiter im Ruhrgebiet und…
Aktuelles Projekt · Zeitzeugen & Gewerkschaftsbewegung
Oral-History & Zeitzeugenarchiv: Erste Migrantengeneration
Das laufende Langzeit-Oral-History-Projekt von Osman Okkan: Filminterviews mit den letzten Pionieren der ersten Generation türkischer Arbeitsmigration nach Deutschland, darunter Yılmaz…
Biografischer Zeitstrahl
Über sechs Jahrzehnte publizistische und humanitäre Arbeit in Deutschland und Europa: Von den ersten Studenteninitiativen in Münster bis zum digitalen Lebensarchiv.
Geburt in Ankara & Jugend in Kurtuluş (Istanbul)
Kindheit und Jugend im historisch kosmopolitischen Istanbuler Stadtteil Kurtuluş – geprägt vom friedlichen Zusammenleben von Armeniern, Griechen, Juden und Muslimen. Diese prägende Erfahrung wurde zum ethischen Fundament seines gesamten Lebenswerks.
Ankunft in Deutschland & Studium an der Universität Münster
Studium der Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Politikwissenschaft (Abschluss: Magister). Frühzeitiges Engagement für die erste Generation türkischer Arbeitsmigranten und Gründung früher deutsch-türkischer Arbeiter- und Studenteninitiativen.
Mitbegründer & Bundesvorsitz der FIDEF
Gründung und Bundesvorsitz der Föderation der Arbeitervereine aus der Türkei (FIDEF) in der Bundesrepublik Deutschland. Enge Kooperation mit dem DGB für Arbeitsrechte, muttersprachliche Bildung und demokratische Teilhabe.
Erste WDR-Dokumentationen & Wallraff-Recherche
Filme wie „Geliehene Träume“ (1982) und „Weihnachten im Ruhrgebiet und die Türken“ (1983). Journalistischer Berater und enger Vertrauter von Günter Wallraff bei den weltberühmten Undercover-Recherchen zu „Ganz unten“ (1985).
Festangestellter WDR-Redakteur & Stimme von Köln Radyosu
Zwei Jahrzehnte prägende Kraft der WDR-Redaktion Türkisches Programm. Täglicher verlässlicher Informationskanal für Hunderttausende türkeistämmige Bürger in Deutschland; regelmäßige Beiträge für das ARD-Magazin „Monitor“ und Fernsehdokumentationen.
Gründung des KulturForums TürkeiEuropa mit Günter Grass & Yaşar Kemal
Initiator des KulturForums TürkeiEuropa gemeinsam mit europäischen Intellektuellen. Historische Begegnungen zwischen Salman Rushdie, Aziz Nesin, Zülfü Livaneli und Orhan Pamuk.
Dokumentarfilm „Vertrieben für Frieden“ & Öngören-Preis
WDR/ARTE-Meisterwerk mit Simone Sitte über den griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausch nach dem Vertrag von Lausanne (1923). Ausgezeichnet mit dem Öngören-Preis für Demokratie und Menschenrechte 2004.
Ermordung Hrant Dinks & Dokumentarfilm „Mordakte Hrant Dink“
Nach der Ermordung seines engen Freundes Hrant Dink in Istanbul: Gründung des Hrant Dink Forums Köln und Realisierung des investigativen Dokumentarfilms (ARTE/WDR 2009, Cinema for Peace Nominierung 2011).
„Menschenlandschaften – Sechs Autorenporträts der Türkei“
Sechsteilige Reihe über Nâzım Hikmet, Yaşar Kemal, Orhan Pamuk, Elif Şafak, Murathan Mungan und Aslı Erdoğan. Bundesweites Lehrmaterial der Bundeszentrale für politische Bildung.
Verdienstorden NRW & Bundesverdienstkreuz am Bande
2012 Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen durch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. 2014 Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Ehrenpreis des Filmfestivals Türkei Deutschland Nürnberg
Feierliche Verleihung des Ehrenpreises für das Lebenswerk in Nürnberg. Bewegende Laudatio des Schriftstellers Kemal Yalçın über Okkans unermüdlichen humanistischen Brückenbau.
Zeitzeugenarchiv der ersten Generation & Auszeichnung Münster
Umfassendes Zeitzeugen- und Videoarchiv der ersten türkischen Zuwanderergeneration in Westfalen. Ehrung der Stadt Münster für sein 60-jähriges Wirken in Kultur und Völkerverständigung.
Preise & Weggefährten
Bundesverdienstkreuz am Bande
Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, verliehen durch den Bundespräsidenten für herausragende Verdienste um die deutsch-türkische Verständigung und Menschenrechte.
Verdienstorden des Landes NRW
Höchste Auszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen, überreicht von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft für publizistischen Brückenbau und Zivilgesellschaft.
Ehrenpreis Filmfestival Türkei Deutschland
Nürnberg: Ehrenpreis für das filmische Lebenswerk und unerschrockenen Einsatz für Demokratie, Kunst und Pressefreiheit.
Öngören-Preis für Demokratie & Menschenrechte
Gemeinsam mit Co-Regisseurin Simone Sitte (1955–2019) für „Vertrieben für Frieden – Als Griechen und Türken getrennt wurden“.
Ehrung der Stadt Münster für das Lebenswerk
Feierliche Würdigung der westfälischen Universitätsstadt für über sechs Jahrzehnte Initiativen, Oral-History und interkulturelle Pionierarbeit.
Wissenschaftlicher Fact-Check des Lebensarchivs
Im Sinne wissenschaftlicher und publizistischer Redlichkeit stellt das Lebensarchiv klar: Der Adolf-Grimme-Preis 1985 (für „Ganz unten / Peter Podehl“) ging an das Regieteam von Günter Wallraff, bei dem Osman Okkan als beratender Journalist mitwirkte; Okkan selbst ist kein persönlicher Grimme-Preisträger. Sein Film „Mordakte Hrant Dink“ war 2011 bei Cinema for Peace in Berlin nominiert.
Besonderes Gedenken gilt der langjährigen Partnerin und Co-Regisseurin Simone Sitte (1955–2019), mit der gemeinsam „Vertrieben für Frieden“ entstand.
„Osman Okkan ist eine jener seltenen Persönlichkeiten, die Brücken bauen, wo andere Gräben aufreißen. Sein Wirken in Deutschland und der Türkei hat Generationen gelehrt, dass Kunst und Humanismus stärker sind als jede nationalistische Verblendung.“
„Sein Blick durch die Kamera ist nie der eines distanzierten Beobachters, sondern der eines aufrichtigen Freundes der Entrechteten. Von Nâzım Hikmet über Yaşar Kemal bis zu den Opfern der Vertreibung hat Osman den Stimmlosen ihre Würde zurückgegeben.“
„Köln Radyosu und die WDR-Dokumentationen von Osman Okkan waren keine bloßen Sendungen – sie waren Lebensadern für die türkeistämmige Gemeinschaft und eine unbestechliche Stimme der Aufklärung für ganz Deutschland.“
„Hier in Münster begann 1965 ein Lebensweg des gelebten Dialogs. Das aktuelle Zeitzeugenarchiv schließt einen Kreis von unschätzbarem Wert für das kollektive Gedächtnis unserer Region.“
Brücken über Abgründe
Film ist für Osman Okkan nie Selbstzweck – er ist Instrument des Gewissens, der gesellschaftlichen Intervention und des unermüdlichen Kampfes für Meinungsfreiheit und Menschenwürde.
KulturForum TürkeiEuropa e.V.
Gemeinsam mit Literaturnobelpreisträger Günter Grass, Yaşar Kemal und europäischen Intellektuellen gegründet. Über drei Jahrzehnte hinweg die zentrale Plattform für demokratischen Kulturdialog zwischen Europa und der Türkei.
Hrant Dink Forum Köln
Gegründet nach der Ermordung des armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink in Istanbul. Jährliche Gedenkveranstaltungen, Menschenrechtsdebatten und Förderung der türkisch-armenischen Aussöhnung.
Fuat Saka: Sinfonie „Dark Waters“
Koproduktion und Schirmherrschaft des musikalischen Großwerks über Flucht und Tod im Mittelmeer und der Ägäis – eine künstlerische Mahnung gegen das Vergessen ertrunkener Flüchtlinge.
Rechtshilfefonds & Schutz für Autoren
Konkrete materielle und juristische Unterstützung für inhaftierte und verfolgte Autoren, Journalistinnen und Anwälte in der Türkei – darunter Solidaritätskampagnen für Aslı Erdoğan und Ahmet Altan.
Impressionen aus 60 Jahren Filmgeschichte
1.416 Medieneinheiten · Sichtung & Lizenzen auf Abfrage
SonaMedia verwahrt das gesamte physische und digitale Lebenswerk von Osman Okkan: Von 16mm- und Betacam-Masterbändern der 1980er Jahre über WDR-Sendebänder bis hin zu digital restaurierten 4K-Meisterfassungen und ungeschnittenen Zeitzeugen-Interviews.
Für wen werden Sichtungen freigeschaltet?
- Universitäten, Hochschulen, Institute & Schulen (Lehrmaterial & Forschung)
- Internationale Filmfestivals, Programmkinos & Retrospektiven
- Kultursender, Fernsehanstalten & Medienredaktionen (Lizenzierung)
- Menschenrechtsorganisationen, Stiftungen & zivilgesellschaftliche Initiativen
- Kuratierte Sichtungen für interessierte Bürger & Zeitzeugen
Anfragen werden zeitnah durch das SonaMedia-Archivteam geprüft. Sie erhalten einen individuellen, zeitlich befristeten Sichtungslink oder Sendematerial.
Wenn wir die Geschichten der Menschen nicht bewahren – ihre Hoffnungen, ihren Schmerz und ihre Würde –, dann überlassen wir die Erinnerung denjenigen, die Mauern bauen statt Brücken.Osman Okkan Journalist, Dokumentarfilmer & Kulturvermittler
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